Von 0 auf 150.000 Piezo-Jetventil-Punkte in 14 Tagen

Lieferung einer High Speed Dispenser-Maschine in Rekordzeit

Um in der Hochzeit der Corona-Pandemie die Fertigungskapazitäten des EMS-Dienstleisters Turck duotec insbesondere für den Bereich der Medizintechnik voll auszuschöpfen, hat der Schweizer Maschinenhersteller Essemtec AG im April dieses Jahres in Rekordzeit einen High-Speed-Dispenser ausgeliefert und eingerichtet. Vom ersten Kontakt bis zur Inbetriebnahme vergingen gerade einmal zwei Wochen.

Stürmische Zeiten hat die Corona-Pandemie der Elektroindustrie in den zurückliegenden Monaten beschert, was sich entsprechend auf die Auftragslage der EMS-Dienstleister auswirkte. Führte der starke Nachfragerückgang in der Automotive-Industrie nahezu zu einem Auftragsstopp, verzeichnete die Medizintechnik im Bereich labor-diagnostischer und intensivmedizinische Geräte eine regelrechte Nachfrageinflation. Bei den Turck Unternehmen in Halver lief daher die Chip-on-Board (CoB)-Fertigung seit Beginn der Corona-Pandemie für die Medizintechnikhersteller auf Hochtouren. „Um die vorhandenen Kapazitäten im CoB-Bereich bestmöglich auszunutzen, benötigten wir sehr kurzfristig einen weiteren Dispenser“, erläutert Produktionsleiter Oliver Espig die Situation. „Und mit „sehr kurzfristig“ meine ich „umgehend.“

Pandemie führt Medizintechnik an Belastungsgrenze

Mitte April setzte sich Philipp Mirliauntas, Chief Sales Officer bei Turck duotec, daher mit dem Director of Sales Jürg Schüpbach der Schweizer Essemtec AG in Verbindung. Deren High-Speed Dispenser Spider erfüllte genau die technischen Anforderungen der Elektronikfertiger aus dem Sauerland. Bereits im Jahr 2015 hatte die Werner Turck in das Paraquda-Multifunktionscenter von Essemtec, eine kombinierte Bestück- und Dosierplattform mit einer hohen Dispensgeschwindigkeit und -genauigkeit bei hohem Durchsatz, investiert. Ergänzend zu der Paraquda ist außerdem ein Essemtec-Dispenser vom Typ Spider im Einsatz.

Für Oliver Espig gab es daher bei der Wahl der zusätzlich benötigten Anlage nur eine Option: „Unsere bisherigen guten Erfahrungen mit der Paraquda und dem Spider, die Bedienerfreundlichkeit und Flexibilität haben uns die Entscheidung für den High-Speed Jetter und Dispenser von Essemtec leicht gemacht.“ Die schnelle Entscheidung in den Turck Unternehmen beantwortete der Maschinenhersteller aus der Schweiz mit einer ebenso schnellen Auftragsabwicklung. Gerade einmal 14 Tage vergingen vom Anruf Philipp Mirliauntas in Aesch in der Schweiz bis zur Anlieferung und Inbetriebnahme des Dispensers am Kirchlöher Weg 1 in Halver.

Elektronikfertigung erweitert Kapazitäten

Die Maschine eignet sich für die Integration in High-Speed-Linien und komplexe Dispensanwendungen. Sie zeichnet sich durch einen großen Anwendungsbereich aus und eignet sich zum Dispensen von Lotpaste und SMT-Kleber, LED-Verkapselung, Silber Epoxidharz, Dämmen und Füllen, Unterfüllen, Hohlraumfüllen, 3D-Dispensen via Laser und die Höhenvermessung. Die Dosierung erfolgt mit zwei Ventilen simultan, fünf Ventile (Piezo Jet-, Lotpasten Jet-, Piezo Flow-, Zeit-/Druck-, archimedisches Schraubventil) stehen optional zur Auswahl. Mit dem Piezo-Jetventil erreicht die Spider 150.000 Piezo-Punkte, im Linienmodus bis zu zwei Millionen pro Stunde. Es können Leiterplatten in den Größen 50x50 mm bis zu 406x305 mm bearbeitet werden. Die universale Software unterstützt mit dem 16:9-HD-Touchscreen eine intuitive Bedienung.

Dass die Maschine so kurzfristig und ohne großen bürokratischen Aufwand die Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland passieren konnte, ist u.a. dem eingeschalteten Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Schweiz zu verdanken, weshalb auf eine unter anderen Umständen komplizierte Ausfuhrzollanmeldung verzichtet werden konnte. „Besonders bedanken möchten wir uns für den außergewöhnlichen Einsatz des Essemtec-Teams sowie den unserer eigenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Dank der eingelegten Extraschichten am Mai-Feiertag und am Wochenende konnten wir bereits am 5. Mai mit dem Dispenser arbeiten.“, lobt Oliver Espig.

Dieser Artikel ist erschienen in der Polyscope der swissprofessionalmedia ag.

Zurück